Berichte von 12/2015

Samstag, 26.12.2015

Navidad en Alemania - Una sorpresa grande

Buenas tardes, 

Hallo ihr Lieben,

wie ihr der Überschrift entnehmen könnt und die meisten von euch ja auch wissen, habe ich Weihnachten Zuhause verbracht. Als mich im September kurz nach meiner Ankunft meine Gastmama fragte, ob ich Weihnachten Zuhause feier oder in Spanien und sich dann auch noch herausstellte, dass die anderen Au-Pairs Flüge für Zuhause gebucht haben, entschied ich mich auch ziemlich schnell dafür Weihnachten Zuhause zu feiern. Vor allem an meinem Geburtstag war ich über diese Entscheidung ziemlich froh, denn es kam großes Heimweh auf so alleine in Spanien. Zumal mein Geburtstag ja kaum gefeiert wurde. 

Für meine ganze Familien außer meinen Eltern und meinem Bruder war es dann an Weihnachten eine riesengroße Überraschung und die Lügengeschichte hatte endlich eine Ende. Es ahnte Niemand, dass ich Weihnachten Zuhause bin. Alle machten große Augen und konnten es kaum fassen. Für mich war es aber auch wirklich aufregend. Ich war mindestens genauso aufgeregt wie alle anderen. Es war also die beste Entscheidung! 

Aber erstmal noch ein: Feliz Navidad y prospero año nuevo! smile

Bis zum 10. Januar bleibe ich jetzt noch in Deutschland. Ihr hört dann wieder von mir aus Spanien.

Hasta luego,

Marie ♥

Montag, 14.12.2015

18°C und der Weihnachtsbaum steht

Buenas tardes,

Hallo ihr Lieben,

klingt das nicht verrückt?! Seit ungefähr zwei Wochen steht jetzt schon der Weihnachtsbaum und das Wetter kommt immer noch nicht in Weihnachtsstimmung. Wir haben immer noch Tage an denen es bis zu 18°C wird und vereinzelt Leute sogar noch ins Meer gehen. Sind zwar Ausnahmen, aber die bestehen. 
Heute ist das Meer türkis blau und die Sonne scheint. Man könnte meinen wir hätten Herbst. Die bunten Blätter liegen auf den Gehwegen und es fühlt sich eindeutig herbstlich an. 
Doch dann kommt der Kontrast: In den Kaufhäusern spielen sie Lieder wie: "Last Christmas", "Jingle Bells" oder "Feliz Navidad" und die ganze Stadt ist bunt beleuchtet. 
Erst hatte ich das Gefühl die Spanier brauchen ewig um Mal ein bisschen Weihnachtsatmosphäre zu schaffen, aber seit gut zwei Wochen ist sie da und wenn schon, dann richtig. Selbst der Weihnachtsbaum steht schon und wir haben hier in Coruña sogar einen winzigen Weihnachtsmarkt, auf dem ich schon gebrannte Mandeln gegessen habe. 
Es könnte hier gar nicht schöner sein. Und eigentlich gefällt mir die Kombination super, denn tagsüber ist es einfach nicht so kalt und ab abends alles aber wunderschön beleuchtet. Und wer da nicht in Weihnachtsstimmung kommt, den kann ich einfach nicht verstehen. 
Das vorletzte Wochenende habe ich sogar Weihnachtskekse gebacken mit Sabrina und "unseren" Kindern. Das rundete die ganze Atmosphäre noch mehr ab und hat echt Spaß gemacht. 

Plaza de Maria Pita
Unser Weihnachtsbaum

Letztes Wochenende hab ich mich dann noch mit Carina getroffen. Wir sind nach Santa Cruz an einen schönen Strand gefahren und haben uns dort zum Fotos machen verabredet. Es war unglaublich schön. Wir konnten sogar mit den Füßen ins Meer gehen. Anfangs war es ganz schön kalt aber mit der Zeit haben wir uns schnell daran gewöhnt. Der Strand ist bekannt für viele Surfer und die haben das schöne Wetter auch alle total ausgenutzt. Das ist einfach ungelaublich: Es ist schließlich Mitte Dezember und wenn man an einem sonnigen Tag am Meer steht oder besser im Meer steht, merkt man davon gar nichts mehr. Auch die Winterjacke ist teilweise wirklich überflüssig.  

Das war mal wieder das Neuste. Vielleicht habt ihr jetzt einen kleinen Eindruck wie die Spanier Weihnachtsatmosphäre schaffen bzw wie unterschiedlich es doch sein kann. Ich wünsche euch allen noch eine schöne Vorweihnachtszeit und denke an euch. 

Hasta luego,

Marie ♥

Mittwoch, 02.12.2015

"Das kommt mir aber spanisch vor.."

Buenos dias,

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es mal einen Blogeintrag der etwas anderen Art. Ich möchte euch nicht mit meinem Alltagsgeschehen langweilen, denn mittlerweile gibt es einfach nicht viel Neues zu erzählen, sondern euch ein bisschen über die Spanier aufklären: Was ist typisch spanisch, was sind Klischees und was ist mir bisher aufgefallen? 

Das erste Klischee, das euch wahrscheinlich einfallen würde, ist, dass Spanier grundsätzlich zu spät kommen. Die Unpünktlichkeit der Spanier kann ich definitv bestätigen. Mir ist bisher aufgefallen, dass zum Unterricht alle auf den letzten Drücker kommen und auch ich mit meiner Familie bin zu einem Basketballspiel wie sich das gehört zu spät gekommen. Wenn man sich in Deutschland verabredet und fünf bis zehn Minuten früher da ist (vielleicht ist es auch einfach meine Überpünktlichkeit), dann darf man hier mindestens fünf bis zehn Minuten später kommen. 

Diese Gelassenheit wird auch auf den Gehwegen deutlich. Für einen Weg der in Deutschland 5 min dauert, darf man hier mindestens 10 min länger einberechnen. 
Aber im Auto kann es gar nicht schnell genug gehen. Verkehrsregeln kennen die Spanier nur ansatzweise. Eine rote Ampel ist für Spanier meiner Beobachtung teilweise einfach nur Deko. Wenn du eine Straße überquerst, weil du grün hast, solltest du trotzdem immer vorsichtig sein. Du hast die Straße noch nicht überquert, da fährt schon ein Auto hinter dir lang. Außerdem schalten die Ampeln hier nicht wie gewöhnlich von rot auf gelb und von gelb auf grün, sondern direkt von rot auf grün. 

Doch auch im Alltag macht sich die Gelassenheit bemerkbar. Spanier sind lange Draußen und vor allem die Kinder in den Schulen kommen teilweise erst um sieben nach Hause. Und dann müssen noch Hausaufgaben gemacht werden und die Kinder geduscht werden. Dadurch essen wir oft auch erst gegen halb neun Abendessen. Obwohl das noch verhältnismäßig früh für Spanier ist. Denn das Abendessen gibt es oftmals für gewöhnlich erst nach 22 Uhr oder 23 Uhr. 

Wenn wir schon beim Thema Essen sind: Spanier kennen kein ausgiebiges Frühstücken. Morgens muss alles schnell gehen. Deshalb gibt es meist nur einen Kaffee für Spanier. 
Das wurde mir auch in meiner Familie deutlich: Ich esse jeden Morgen mein Müsli, aber meine Gastmama trinkt auch nur ihren Kaffee und isst dazu Tostadas (ähnlich wie Zwieback). 
Und auch am Wochenende wird hier nie entspannt gefühstückt, wie ich das von Zuhause kenne mit Brötchen und Tee.  Aber den täglich frisch gepressten Orangensaft liebe ich hier. Das werde ich auf jeden Fall auch in Deutschland so beibehalten. 

Ein weiteres Klischee: Spanier sind feierlustig. Ohja! Es kann für Spanier gar nicht spät genung losgehen und spät Morgens enden. Wenn man in Deutschland teilweise gegen 0 Uhr oder 1 Uhr in die Disko geht, so gehen Spanier erst gehen 3 Uhr oder 4 Uhr feiern. Meiner Meinung nach viel zu spät, weswegen ich hier auch ungerne feiern gehe. 

Ich bevorzuge es lieber von einer Bar zur nächsten zu gehen. Die Atmosphäre in den Bars ist total gemütlich, aber es ist immer voll. Es ist auch keine Ausnahme im Stehen zu Essen und zu Trinken. Die Spanier quetschen sich in die Bars bis in die letzte Ecke. 
Eine Beobachtung, die ich außerdem in den Bars gemacht habe: Es gibt zu einem kalten Getränk immer einen Snack dazu. Das können Chips sein, aber auch ein kleines Stück Tortilla. In manchen Bars hat man sogar Glück und bekommt Nachschub. Ich finde, dass könnte in Deutschland auch so eingeführt werden.

Des Weiteren sind Spanier sehr freundlich! Dass macht sich schon in der Art der Begrüßung deutlich. Nach einem ¿ Hola, que tal ? folgt immer ein Küsschen links, Küsschen rechts, auch bei Wildfremden. Das ist am Anfang sehr ungewohnt, aber mit der Zeit ist es meiner Meinung nach eine schöne Art sich zu begrüßen. Eine Umarmung zur Begrüßung kennen Spanier gar nicht. 

Eine letzte auffällige und vor allem nervige Beobachtung, die ich hier gemacht habe: Der Dudelsack als typisches galizisches Instrument. Ich habe ein paar Mal die Beobachtung gemacht, dass jemand am Strand Dudelsack gespielt hat. Für mich ist der Klang einfach nur nervig! 
Macht euch einfach auf Youtube selbst ein Bild davon. Ich habe leider keine eigenen Aufnahmen gemacht. 

Ich hoffe ich konnte euch einen guten Eindruck geben, wie das spanische Leben hier aussieht. 

Hasta luego,

Marie ♥